In seiner alljährlichen Klausur-sitzung Anfang November beschäftigten sich Vorstand und Verantwortliche der drei Abteilungen (Kerb, Kunst und Chor) mit Fragen des Selbstverständnisses und künftigen Entwicklung des traditionsreichen Vereins.

Moderiert vom 1. Vorsitzenden Dr. Reinhard Bauß, ging man zuerst der Frage nach: Was tun wir alles? Das Ergebnis listete ein gutes Dutzend Maßnahmen des Vorstandes und nicht minder weniger in der Addition der drei Abteilungen auf. Aus diesen Katalogen wurden dann in einem nächsten Schritt die Veranstaltungen für das Jahr 2026 fixiert.

Aus den im 1. Abschnitt ermittelten Aktionen wurden in der 3. Phase „Brennpunkte“, also Maßnahmen, bei denen es wenig oder gar nicht läuft, zusammengetragen. Allein das Ergebnis mit 18 „Brennpunkten“ bewies, dass mehr als nur Handlungsbedarf besteht. Was aber am dringlichsten ist, wurde dann in einem Wertungsverfahren, bei dem jeder Teilnehmer drei Punkte zu vergeben hatte, ermittelt. Dadurch kam es zu einer Auswahl von sechsThemen, die den weiteren Verlauf der rund fünfstündigen Sitzung bestimmten.

Ganz oben auf der Liste standen Satzung und Name des Vereins. Der Begriff „Kur“ scheint einem Teil in der aktuellen Situation, trotz der erneuten Anerkennung als Luftkur-ort, kaum oder gar nicht zum Vereinsleben zu passen. Darüber hinaus seien in der Satzung die Vereinsziele viel zu konkret benannt und viele auch nicht mehr realistisch. Als Ergebnis der teilweise auch emotional geführten Diskussion wurde ein Gremium berufen, das einen Vorschlag zur Anpassung der Satzung zur nächsten oder übernächsten Jahreshauptversammlung erarbeiten wird.

Knapp dahinter landete die Frage, ob und wie die bestehenden Aktionen zu Generierung neuer Mitglieder, aktuell sind dies 321, und vor allem zur Gewinnung von künftigen Verantwortungsträgern beitragen. Hier war man sich einig, dass letzteres nur auf dem Weg der persönlichen Ansprache, z. B. bei den Themenrundgängen und Konzerten, oder über ein projektorientiertes Engagement machbar ist.

Nächster Punkt war die Einflussnahme des Vereins auf die Entwicklung des Stadtteils. Hier sieht man sich in der Rolle eines „Kümmerers“, der sich vor allem damit beim Ortsbeirat in Position bringen will. Angedacht ist ein Round-Table-Gespräch mit dem neuen Ortsbeirat nach der Kommunalwahl im kommenden März und eine verstärkte Präsenz in den Sitzungen dieses Gremiums. H. Knop brachte dazu Christian Albiez in Erinnerung, der als Bürger und Vertreter des KuVV seinerzeit im OB oft mehr das Wort erteilt bekommen hatte als das Gros der ordentlichen OB-Mitglieder. Ein Ansatzpunkt in der Frage „Ortsentwicklung“ sah man auch in der gemeinsamen Inszenierung einer Veranstaltung zum Thema: „Was ist aus den vielen Ergebnissen der Zukunftswerkstatt Auerbach 2010 geworden“?

Rein intern war das Thema der Verzahnung der Abteilungen. Zwar gäbe es schon einige löbliche Beispiele, aber gerade bei größeren Veranstaltungen wäre mehr gegenseitige Unterstützung angesagt. Dazu könnte eine Verbesserung des gegenseitigen Interesses und ein konkreter Austausch von Manpower beitragen, um den Einsatz von bezahlten Helfern zu minimieren. Eine Hilfe könnte der verstärkte Einsatz aller Internet-Kanäle bringen und die konsequente Erfassung der Internetadressen aller Mitglieder.

Der Kur- und Verkehrsverein war in der Vergangenheit Anreger und Erbauer einiger Schutzhütten. Diese zu erhalten, stellt sich zunehmend als ein Zuständigkeits- und Kostenproblem dar. Damit verbunden ist die Frage der Haftung bei maroden Hütten und der Verkehrssicherungspflicht. Die Frage: Wo besteht Bedarf und was haben wir zu tun? Wurde dahin gehend beantwortet, dass Ralph Stühling umgehend einen „Schutz-hüttenentwicklungsplan“ erarbeiten und vorstellen wird. Am Scheffelplatz soll aus Anlass des 200-sten Geburtstages von Viktor von Scheffel die eingesetzte Scheffel-AG die baldige Restaurierung der Steine veranlassen.

Abschließend befasste man sich, leider in Abwesenheit der Redaktion, mit Inhalt, Gestaltung, Format und Finanzierung des Vereinsorgans „Auerbacher Leben“. Hier sehen nicht nur die im Vorstand vertretenen Redaktionsmitglieder eine ganze Menge an offenen Fragen, was die Zukunft der Broschüre betrifft.

Bild: Gegenwart und Zukunft des Kur- und Verkehrsvereins Auerbach waren Inhalt der jüngsten Klausursitzung mit dem Vorstand und Vertretern der drei Abteilungen im Kerweschuppen. Nicht auf dem Bild Vorsitzender Reinhard Bauß, der als Fotograf fungierte.

Foto: Reinhard Bauß

 

 

 

 

 

 

 

 

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