Für den 25. Themenrundgang am 22. Juni war eine besondere Strecke über den Burgweg zur Fritz-Lühnsdorf-Hütte mit Rast und abschließender geselliger Runde geplant. 38 Grad im Schatten stellten den Rundgang zwar nicht ganz infrage, machten aber eine Anpassung an die Verhältnisse notwendig. Am Treffpunkt im Musikpavillon fanden sich dennoch eine erstaunliche Anzahl von Alt- und Neubürgern ein.
Nach der Begrüßung erklärte Ralph Stühling, Initiator der Rundgänge und Vorstandmitglied des Kur- und Verkehrsvereins, die Entwicklung des Kurparks zum heutigen „Kronepark“. 1971 entstand der erste Musikpavillon, es folgten Erweiterungen in den Jahren 1975 und 2006. Durch einen Grundstückstausch sorgte die Stadt Bensheim für eine Vergrößerung der Gesamtfläche, wodurch auch die Erweiterung der Minigolfanlage mit Errichtung von Clubhaus und öffentlicher Toilettenanlage möglich wurde.
Der Standort des heutigen Bürgerhauses war früher mit einem Nebengebäude der „Krone“, zuletzt von Familie Hohenschild als Fotostudio genutzt, und einer Tankstelle bebaut. Nach deren Abriss 1978 diente das Gelände längere Jahre als Park-, Fest- und Kerweplatz.
Das Hotel Krone nimmt seit 1655 als fürstliche Herberge „Zur Goldenen Krone“ mit seiner umfangreichen Geschichte eine zentrale Rolle im Stadtteil ein. Ein markantes Datum war der 1. Oktober 1906, als das Gebäude einem Großbrand zum Opfer fiel. Aber es wurde sehr schnell und vor allem viel großzügiger wieder errichtet. Lazarett und Standort der Amerikaner waren weitere Stationen in der Nachkriegszeit, ehe der Auerbacher Unternehmer Ortlieb das Hotel Mitte der 60-er Jahre wieder seinem ursprünglichen Zweck zuführte.
Gegenüber der Krone befanden sich an der hier damals besonders engen Fahrbahn der heutigen Darmstädter Straße mehrere Geschäftshäuser. An der Ecke zur Bachgasse war zunächst das Schreibwarengeschäft Margarete Greve, nach 1947 Schuhhaus Stegmüller. Daran folgten südlich Frisörsalon Fehr, Buchhandlung Klose, Installateur Heling, Kaufhaus Riedinger und Haus Weigold. Damals trugen die genannten Gebäude lange die Hausnummern Heidelberger Straße 2 – 8. Pläne, den Kreuzungsbereich zu einem Autokreisel auszubauen, wurden zwar 1985 verworfen, sind aber der Grund für den großen Abstand der neuen Gebäude auf der Südseite der Bachgasseneinmündung.
Der Rundgang wurde dann in der Darmstädter Straße fortgeführt. Diese präsentierte sich von den 50er bis in die 70er Jahre als vielseitige Geschäftsstraße mit Apotheken, Lebensmittel- Geschäften, Gaststätten, Eiscafés und mehr. Neubauten entstanden auf der Westseite und 1968 im Bereich der Einmündung der heutigen Otto-Beck-Straße. Auf der Ostseite folgten in jüngerer Zeit auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte „Zum Löwen“ aus dem Jahr 1924 ein Wohnungsneubau und aktuell wird ein weiterer Neubau gleichen Ausmaßes Ecke Karlsbader Straße errichtet. Weiter ging es zum Siegfried-Lenz-Weg, auf dem sich früher das Betriebsgelände der Firma Link LKW-Spedition und Kranbetrieb befand. Gegenüber auf der östlichen Seite der Darmstädter Straße wird es in nächster Zeit zu drei Neubauten kommen.
Über die Franz-Schubert-Straße kam die Gruppe zum Schloßplatz, auf dem nach 1945 die Fahrgeschäfte und Buden bei der Kerb standen. Vorbei an dem noch namenlosen Brunnen ohne Wasser stieß man am neuen Zugang zur Schlossberg Schule auf den „Heimkehrer Stein“. Dieser stand zuerst in nächster Nähe am alten Schuleingang zur Erinnerung an die Heimkehr der letzten Kriegsgefangen 1955 aus Russland.
Wegen der extremen Temperaturen führte der Weg abschließend über die Wilhelminenstraße und Kappengasse zum Alten Auerbacher Rathaus. Hier endete der 25. Themenrundgang „gestern-heute-morgen“ im neu möblierten und kühlen Raum der Interessengemeinschaft Auerbacher Vereine. Bei eiskalten Getränken und einem kleinen Imbiss rundete Irmgard Hollerith mit zahlreichen historischen Bildern von Auerbach zur Freude aller Teilnehmenden diesen Rundgang passend und glänzend ab.
Bild: Björn Höser