so lautet der Titel zur Sommerausstellung der Gruppe Kunst im Fürstenlager mit den
Künstlern Bernd Kalusche und Michaele Thome.
Wir sehen sie nicht, die Seele. Wir können sie nicht begrenzen, nicht wirklich verorten. Sie ist einfach da und begleitet uns ein Leben lang durch Empfindung, Wahrnehmung, Erinnerung, Freude und Trauer, Glücksmomente und Absturz. Die Seele steht in Verbindung mit dem himmelhoch Jauchzenden und mit dem zu Tode Betrübtsein. Diese Grenzen seelischer Befindlichkeiten tauchen – unter Anderen – in zwei Großformaten der Ausstellung auf: “Gern ein Stern“ und “Sternschnuppe“, Euphorie und Verzweiflung.
Die Künstler Michaele Thome und Bernd Kalusche gehen in ihren Arbeiten auf all die Stimmungen und seelische Verfassungen zwischen den beiden Polen ein und verlassen dabei die gemessen romantische Atmosphäre des Ausstellungsortes, so der Künstler Bernd Kalusche in einem Vorgespräch zu der Ausstellung im Damenbau des historischen Staatspark Fürstenlager.
Diesem feinen, oft verborgenen Innenraum zwischen Gefühl und Entäußerung nähert sich die Künstlerin Michaele Thome in den gezeigten Arbeiten an. Dabei ist der persönliche und beruflich therapeutische Werdegang spürbar mit der künstlerischen Haltung verbunden. Die intensive Auseinandersetzung mit inneren Prozessen, mit Verletzlichkeit, Wahrnehmung und menschlicher Erfahrung findet hier eine bildnerische Form. Kunst wird dabei nicht zur Illustration, sondern zu einer Möglichkeit des Forschens und Verstehens. Die Arbeiten entstehen aus einem offenen Prozess heraus. Sie bewegen sich zwischen Nähe und Distanz, Präsenz und Auflösung, zwischen Kontrolle und Loslassen. Schichten überlagern sich, Spuren bleiben sichtbar oder verschwinden wieder.
Es sind Arbeiten, die nicht festhalten wollen, sondern etwas in Bewegung zeigen – Linien, Flächen oder Strukturen von Erinnerungen oder Empfindungen – fragil und gleichzeitig kraftvoll. Die Arbeiten lassen Raum für eigene Erfahrungen Gedanken und Gefühle, laden ein, genau hinzusehen, innezuhalten und sich auf das einzulassen, was zwischen Sichtbarkeit und Empfindung entsteht.
Über den Künstler Bernd Kalusche schreibt der niederländische Künstler, Kurator und Galerist Ron Weijers: Bernd Kalusche ist ein etablierter deutscher zeitgenössischer Künstler, der im In- und Ausland ausstellt und durch mehrere Galerien vertreten wird.
Er verfolgt eine eher instinktive Malpraxis, die zu äußerst ausdrucksstarken Werken des abstrakten Expressionismus führt. Die entstehende Werke sind angesiedelt an der Schnittstelle zwischen lyrisch Subtilem und überschwänglicher Heftigkeit. Ein ständiges Ausgleichen begleitet die Arbeit. Es bewegt sich zwischen Aktion und Reaktion, Absicht und Improvisation, Prozess und Kontrolle. Die malerische Erkundungen innerhalb dieses meist langwierigen Prozess treibt der Künstler so lange und so intensiv voran, bis das Werk ein Eigenleben annimmt. Abstrahierende Mischformen, zarte Details, mehrdeutige Hinweise und raffinierte, oft unerwartete Kompositionen haben sich dann zu einem Bild gefügt. Bernd Kalusche charakterisiert seine Arbeit als Verkörperung einer mental und intellektuell bedingungslosen Suche nach Schönheit.
Die Gruppe Kunst im Fürstenlager, eine Abteilung des Kur- und Verkehrsverein Auerbach 1866 e.V. und die Künstler laden ein zur Vernissage dieser besonderen Ausstellung am Sonntag, den 05.07.2026 um 11.00 Uhr und zum Besuch vom 5. bis 26.Juli 2026 des Damenbaus Samstag von 14.30-18.00 Uhr und Sonntag von 11.00-18.00 Uhr bei freiem Eintritt.